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Haushaltsversicherung Graz: Was Du wissen solltest

7 Min. Lesezeit Karli Glück
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„Brauche ich das überhaupt?"

Die kurze Antwort: ja, wenn Dir Deine Sachen etwas wert sind. Und weil der Begriff regelmäßig für Verwirrung sorgt, klären wir ihn gleich: Die Haushaltsversicherung ist nach dem Haushalt benannt, versichert aber nicht das Gebäude, sondern Deinen Hausrat. Das Wort klingt ein bisschen nach Dachboden und Großmutters Zeiten, meint aber einfach Dein ganzes Hab und Gut, also alles, was Dir gehört und nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist. Vom Sofa über den Fernseher bis zur Kaffeemaschine und Deiner Kleidung. Kurz gesagt: alles, was beim Umzug in den LKW kommt. Genau das sichert die Police ab, dazu in den meisten Tarifen die private Haftpflicht, die im Ernstfall Deine finanzielle Existenz retten kann.

Warum heißt sie eigentlich Haushaltsversicherung und nicht Hausratsversicherung?
Gute Frage, die stellen sich viele. Weil sie mehr ist als nur Schutz für Deinen Hausrat. In Österreich steckt in den meisten Haushaltsversicherungen ein ganzes Bündel: der Hausrat, die private Haftpflicht und oft weitere Bausteine wie Glasbruch, eine Assistance mit Notdiensten oder Zusatzpakete für Elektronik und Fahrrad. Sie sichert also nicht nur Deine Sachen ab, sondern auch Dich, wenn Du anderen einen Schaden zufügst. In Deutschland heißt sie übrigens oft Hausratversicherung, weil die Haftpflicht dort ein eigener Vertrag ist.

Ehrlich gesagt: Eine Haushaltsversicherung schließt man ab und hofft, sie nie zu brauchen. Sie ist für den einen Tag da, an dem doch etwas passiert. Blöderweise merkt man erst genau an diesem Tag, ob die abgeschlossene Versicherung gut war oder nur billig.

Was eine Haushaltsversicherung typisch deckt

Die Standard-Sparten, die in fast jedem Tarif drin sind:

Feuer: Brand, Blitz, Explosion. Klassisch und unstrittig.

Leitungswasser: Wasser, das aus Rohren oder angeschlossenen Geräten wie Waschmaschine und Heizung austritt. Häufigste Schadensart in Österreich und die am meisten unterschätzte. Ersetzt wird dabei der Wasserschaden, den das austretende Wasser anrichtet, nicht das kaputte Gerät selbst.

Sturm und Hagel: abgedeckte Dächer, eingeschlagene Fenster. In Graz mit den Sommergewittern durchaus ein Thema.

Einbruchdiebstahl: wenn nachweislich eingebrochen wurde. Einfacher Diebstahl ist meistens nicht dabei.

Glasbruch: Fenster, Glaskeramik-Kochfeld, große Glasflächen. Oft im Standard, manchmal als Zusatz.

Private Haftpflicht (in den meisten Tarifen dabei): Schäden, die Du anderen zufügst. Der wichtigste Baustein, auch wenn er am unscheinbarsten klingt. Nach österreichischem Schadenersatzrecht haftest Du grundsätzlich mit Deinem gesamten Vermögen für Schäden, die Du anderen schuldhaft zufügst.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ganz unspektakulär und trotzdem teuer: Der Zulaufschlauch Deiner Waschmaschine gibt auf, das Wasser zieht bis in die Wohnung darunter. Da spielen schnell drei Versicherungen mit. Deinen durchnässten Hausrat übernimmt die Haushaltsversicherung. Die nasse Bausubstanz, also Böden und Decken, ist Sache der Gebäudeversicherung des Hauses. Und den Schaden beim Nachbarn deckt Deine private Haftpflicht, sofern Du dafür haftest. Ohne diese Bausteine zahlst Du selbst, und der Abend ist dann gelaufen.

Worauf Du noch achten solltest

Mieter oder Eigentümer. Als Mieter versicherst Du Deinen Hausrat. Bei einer Eigentumswohnung ist das Gebäude oft schon über die Eigentümergemeinschaft versichert, Deinen Hausrat aber nicht. Bei einem eigenen Haus kommt zusätzlich die Eigenheim- oder Wohngebäudeversicherung dazu. Hausrat und Gebäude sind zwei paar Schuhe, das wird ständig verwechselt.

Achtung, Zeitwert-Falle. Guter Elektronikschutz ist oft ein eigener Zusatzbaustein und kostet extra. Und aufpassen: Trotz Neuwertversicherung ersetzen viele Tarife bei alten Geräten nur den Zeitwert, sobald der unter 40 Prozent des Neuwerts liegt. Für den Fernseher von 2015 gibt es dann nur noch einen Bruchteil. Achte also auf Neuwert-Entschädigung.

Was kostet eine Haushaltsversicherung in Österreich?

Eine sinnvolle Haushaltsversicherung mit guter Haftpflicht-Deckung kostet in Österreich pro Jahr zwischen 100 und 300 Euro. Den Preis bestimmen vor allem Wohnungsgröße, Versicherungssumme, Wohnort, Leistungsumfang und die gewählten Zusatzbausteine. Die Versicherungssumme liegt für den Hausrat typisch zwischen 30.000 und 100.000 Euro. Zu niedrig angesetzt landest Du in der Unterversicherung, dazu unten mehr. Der Sprung vom Basis- auf den Komforttarif kostet oft nur 30 bis 50 Euro im Jahr und bringt spürbar bessere Bedingungen.

Die günstigste Haushaltsversicherung ist nicht automatisch die beste. Oft entscheiden ein paar Euro Unterschied im Jahr darüber, ob im Schadenfall tausende Euro ersetzt werden, oder eben nicht.

Wusstest Du? Der durchschnittliche Haushalt besitzt Hab und Gut im Wert von deutlich über 50.000 Euro. Klingt nach viel? Dann zähl mal zusammen, was bei einem Umzug alles in den LKW käme. Genau deshalb ist die richtige Versicherungssumme so wichtig.

Grobe Fahrlässigkeit in der Haushaltsversicherung

Der Punkt, den viele überlesen und der im Ernstfall alles entscheidet. Leichte Fahrlässigkeit ist immer gedeckt. Bei grober Fahrlässigkeit aber, also einem Hoppala, das einem sorgfältigen Menschen nicht passieren sollte, kommt es auf die Polizze an. Viele moderne Tarife enthalten heute einen Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit oder decken sie bis zu bestimmten Grenzen mit. Ältere Verträge oft nicht, dann kann die Versicherung, je nach Bedingungen, kürzen oder verweigern.

Zwei typische Beispiele: Du hast etwas am Herd, das Telefon läutet, Du gehst kurz raus, die Pfanne fängt Feuer. Oder eine Kerze brennt unbeaufsichtigt weiter und setzt die Wohnung in Brand. Mit dem Baustein bist Du abgesichert, ohne ihn kann es teuer werden. Ob am Ende geleistet wird, hängt immer von den konkreten Bedingungen und dem einzelnen Schadenfall ab. Ein Blick in die Polizze lohnt sich, am besten bevor der Herd oder die Kerze ihn verlangt.

Die häufigsten Fehler

Unterversicherung. Wer den Hausrat unterschätzt, bekommt im Schadensfall nur einen Anteil, sofern kein Unterversicherungsverzicht vereinbart wurde. Viele Tarife haben so einen Verzicht heute schon drin. Ohne ihn wird es ungemütlich: 50.000 Euro Hausrat, aber nur 30.000 versichert, und im Totalschaden gibt es auch nur 60 Prozent.

Doppelversicherung. Manche Risiken sind gleich in mehreren Verträgen abgedeckt, etwa Reisegepäck in der Kreditkarte und in der Haushaltsversicherung. Im Schadensfall zahlt trotzdem nur einer. Der zweite Vertrag ist wie ein zweites Streaming-Abo, das Du nie aufmachst.

Alter Tarif aus den 90ern. Viele zahlen noch in eine Police, die ungefähr so alt ist wie ihr erstes Handy mit Antenne. Bedingungen von damals, Prämie von heute. Gerade ältere Verträge bieten oft Optimierungspotenzial, und ein Vergleich kostet nichts.

Haftpflicht-Deckung zu niedrig. Bei Personenschäden entstehen oft lebenslange Kosten für Behandlung, Verdienstentgang oder Pflege, da können sechsstellige Forderungen zusammenkommen. Die Haftpflicht sollte mindestens 1 Million Euro Deckung haben, besser 5. Der Aufpreis ist gering und im Ernstfall der Unterschied zwischen normalem Leben und privater Insolvenz.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Haushaltsversicherung als Mieter?
Empfohlen, ja. Der Vermieter hat eine Gebäudeversicherung, die deckt aber nur das Haus. Was in Deinen vier Wänden passiert, Hausrat und Haftpflicht-Schäden, ist Deine Sache.

Was ist der Unterschied zur Eigenheimversicherung?
Die Haushaltsversicherung deckt den Hausrat, also alles Bewegliche. Die Eigenheim- oder Wohngebäudeversicherung deckt das Gebäude selbst, also Mauern, Dach und fest verbaute Technik. Kleine Merkhilfe: Nimm das Dach runter, dreh das Haus auf den Kopf und schüttle es. Alles, was rausfällt, ist Hausrat, alles, was drinnen bleibt, ist Gebäude.

Zählt die eingebaute Küche zum Hausrat?
Das ist ein Grenzfall. Eingebaute Küchen, fest verlegte Böden oder Markisen werden je nach Versicherungsbedingungen mal dem Hausrat, mal dem Gebäude zugerechnet. Im Zweifel lohnt sich der Blick in die Polizze.

Lohnt sich der Wechsel?
Oft ja, wenn der bestehende Vertrag mehr als fünf Jahre alt ist. Vorher prüfen, dass der neue Tarif gleichwertige oder bessere Leistungen hat.

Fazit

Eine sinnvolle Haushaltsversicherung kostet nicht viel. Eine schlechte kostet im Schadensfall viel. Ich erlebe immer wieder, dass Leute jahrelang brav zahlen und erst beim Schaden merken, dass wichtige Leistungen fehlen. Genau deshalb schaue ich mir eine bestehende Polizze lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die meisten Mieter und Eigentümer eine der sinnvollsten Versicherungen überhaupt.
  • Private Haftpflicht ist der wichtigste Baustein, mindestens 1 Million Euro Deckung, besser 5.
  • Typische Kosten: 100 bis 300 Euro pro Jahr, je nach Größe, Summe, Wohnort, Leistung und Zusatzbausteinen.
  • Grobe Fahrlässigkeit und Elektronik/Neuwert vor Abschluss prüfen, das entscheidet im Schadensfall.
  • Unterversicherung vermeiden, am besten mit vereinbartem Unterversicherungsverzicht.
  • Mieter, Eigentumswohnung, Haus: Hausrat und Gebäude sauber trennen.

Reden wir in Ruhe darüber

Du musst gar nichts vorbereiten: Schick mir einfach Deine bestehende Polizze, und ich sage Dir ehrlich, ob alles passt, wo Lücken sind, oder ob Du eh schon gut versichert bist. Wenn alles passt, sage ich Dir das genauso. Vereinbare einen kostenlosen Versicherungs-Check. Im Büro in Graz oder in Hausmannstätten, gerne auch bei Dir Zuhause oder online. Kein Schalter, kein Anzug, kein Skript.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine individuelle Versicherungsberatung. Welche Lösung zu Dir passt, klären wir gemeinsam im persönlichen Gespräch.

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