Versicherung

Eigenheimversicherung Österreich: was sie zahlt und was sie kostet

4 Min. Lesezeit Karli Glück
Gemütliches Einfamilienhaus in der Dämmerung mit warm erleuchteten Fenstern, die schützende Hülle des Zuhauses als Sinnbild der Eigenheimversicherung.

Thomas hat sich mit Anfang 40 den Traum erfüllt: ein Häuschen am Rand von Graz, Schlüssel übergeben, endlich Eigentum. Beim Thema Versicherung winkt er zuerst ab. Das Haus steht doch, wozu noch eine eigene Polizze?

Weil ein Haus mehr aushalten muss, als man denkt: einen Brand, einen Sturm überm Dach, einen Rohrbruch in der Wand. Und Thomas' Haushaltsversicherung deckt nur das bewegliche Hab und Gut, alles, was beim Umzug in den LKW wandert. Für das Gebäude selbst, Mauern, Dach, alles Niet- und Nagelfeste, braucht er die Eigenheimversicherung.

Was sie schützt

Versichert ist das Gebäude und alles fix Verbaute: Mauern, Dach, Fassade, Heizung, Leitungen, eingebaute Küche. Und zwar zum Neuwert. Das ist der entscheidende Punkt: Im Schaden bekommst Du den Wiederaufbau bezahlt, nicht einen abgewohnten Restwert. Ein 30 Jahre altes Dach wird durch ein neues ersetzt.

Gebündelt sind meist vier Bereiche:

  • Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion.
  • Sturm: dazu Hagel, Schneedruck, Steinschlag. Diese normalen Naturgefahren sind immer dabei.
  • Leitungswasser: geplatzte Rohre und Wasseraustritt, meist inklusive Rohrersatz. Wie viele Meter Rohr ersetzt werden, ist ein guter Punkt zum Vergleichen.
  • Gebäudehaftpflicht: wenn vom Haus ein Schaden ausgeht, etwa ein Ziegel aufs Nachbarauto fällt.

Achtung, Hochwasser ist NICHT automatisch dabei. Die teuerste Fehlannahme überhaupt. Außergewöhnliche Naturereignisse wie Hochwasser, Überschwemmung, Muren und Erdbeben sind im Standard nur mit einer kleinen Grunddeckung von 4.000 bis 10.000 Euro versichert. Bei einem überfluteten Keller reicht das hinten und vorne nicht. Erweitern geht je nach Anbieter auf 20.000 bis 40.000 Euro, in den höchsten Risikozonen teils gar nicht.

Für Thomas ist das kein Nebenthema: Sein Grundstück liegt nah an einem Bach.

Wusstest Du? Dein Hochwasser-Risiko kannst Du kostenlos selbst nachschauen. Die staatliche Gefahrenkarte HORA zeigt für Deine Adresse, ob Du in einer Risikozone liegst. Ein Blick lohnt sich, bevor Du entscheidest, wie viel Naturkatastrophen-Deckung Du brauchst.

Wo sich alles entscheidet: die Versicherungssumme

Der häufigste und teuerste Fehler ist die Unterversicherung. Ist die vereinbarte Summe niedriger als der echte Neubauwert, kürzt die Versicherung im Schaden anteilig. Halbe Summe, halbe Auszahlung, auch beim kleinen Schaden.

Die gute Nachricht: Die meisten Verträge laufen heute über die Quadratmetervariante. Du gibst Fläche, Stockwerke und Ausstattung an, daraus errechnet der Versicherer die Summe. Solange Deine Quadratmeter korrekt sind, verzichtet er im Schaden auf den Einwand der Unterversicherung. Für Thomas heißt das: bei den Quadratmetern ehrlich und genau sein, das ist sein wichtigster Hebel.

Für wen sie zählt

  • Hausbesitzer wie Thomas: praktisch unverzichtbar. Bei einem finanzierten Haus verlangt die Bank sie ohnehin.
  • Mieter: brauchen sie nicht, ums Gebäude kümmert sich der Eigentümer.
  • Eigentumswohnung: Das Gebäude läuft über die Eigentümergemeinschaft, Du zahlst anteilig mit. Für Deinen Wohnungsinhalt brauchst Du trotzdem die Haushaltsversicherung.

Was sie kostet

Eine Eigenheimversicherung startet grob bei 15 bis 20 Euro im Monat, schwankt aber je nach Alter, Bauweise, Größe und Lage stark. Mit einem Selbstbehalt, einem Eigenanteil pro Schaden, sinkt die Prämie teils um bis zu 30 Prozent. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele Kleinschäden Du selbst tragen willst.

Ein Tipp fürs Bauen: Für die Bauphase gibt es die Rohbauversicherung, die viele Anbieter die ersten Jahre kostenlos mitgeben, wenn danach die Eigenheimversicherung beim selben Anbieter läuft.

Häufige Fragen

Reicht nicht meine Haushaltsversicherung?
Nein. Die deckt nur den beweglichen Besitz, also Möbel, Elektronik, Kleidung. Fürs Gebäude brauchst Du die Eigenheimversicherung. Als Hausbesitzer brauchst Du beide.

Was passiert bei einem finanzierten Haus?
Die Bank verlangt die Eigenheimversicherung als Voraussetzung für den Kredit, weil das Haus ihre Sicherheit ist.

Lohnt sich ein Selbstbehalt?
Wenn Du kleine Schäden selbst tragen kannst und willst, ja, dann sparst Du spürbar Prämie. Wer lieber jeden Schaden abgibt, lässt ihn weg.

Mein Fazit

Die Eigenheimversicherung ist die Grundabsicherung für das Größte, das die meisten besitzen. Feuer, Sturm und Leitungswasser sind der solide Kern. Die zwei Stellen, an denen es sich entscheidet, sind die Versicherungssumme und die Naturkatastrophen-Deckung. Thomas hat vor dem Abschluss auf HORA geschaut, seinen Bach ernst genommen und die Hochwasser-Deckung aufgestockt. Ein Sturm später wäre die Antwort teurer gekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigenheimversicherung = das Gebäude und alles fix Verbaute, versichert zum Neuwert.
  • Kern: Feuer, Sturm, Leitungswasser, Gebäudehaftpflicht.
  • Hochwasser, Mure, Erdbeben sind NICHT automatisch voll versichert, nur kleine Grunddeckung, erweiterbar. Risiko selbst prüfen auf hora.gv.at.
  • Unterversicherung ist der teuerste Fehler. Quadratmeter korrekt angeben, dann verzichtet der Versicherer auf den Einwand.
  • Mieter brauchen sie nicht, Eigentumswohnungen laufen über die Gemeinschaft.
  • Kosten grob ab 15 bis 20 Euro im Monat, mit Selbstbehalt bis zu 30 Prozent günstiger.

Reden wir in Ruhe darüber

Wenn Du gerade gebaut, gekauft oder geerbt hast und wissen willst, ob Dein Haus ohne Lücke abgesichert ist: Schick mir einfach Deine bestehende Polizze. Ich sage Dir ehrlich, was passt, wo eine Lücke ist, oder ob Du eh schon gut versichert bist. Melde Dich für ein kostenloses Erstgespräch. Im Büro in Graz oder in Hausmannstätten, gerne auch bei Dir Zuhause oder online. Kein Schalter, kein Anzug, kein Skript.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Welcher Schutz zu Dir passt, klären wir gemeinsam.

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